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Der blaue Bambus - Taggecko

Erfahrungen mit Phelsuma klemmeri

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Phelsuma klemmeri gehört mit einer Gesamtlänge von 85 bis 95mm zu den kleinsten Phelsumenarten. Sie haben einen sehr flachen Körperbau mit spitz zulaufendem Kopf. Auffälligstes Merkmal dieser Phelsume ist eine sehr kontrastreiche Färbung. Kopf und Nacken sind leuchtend gelb gefärbt und mit feinen schwarzbraunen Sprenkeln übersäht. Der rotbraune Rücken wird zum Bauch hin von türkisfarbenen und dunklen Streifen abgegrenzt. Ein schwarzer Lateralstreifen beginnt hinter den Augen und endet am Ansatz der Hinterbeine. In Höhe der Ohren befinden sich drei bis vier helle Schuppen.  

Der Schwanz ist türkis, der Bauch hellbeige und die Kehle gelblich mit einer schwarzen Umrandung. Die Beinoberseiten sind rotbraum und mit vielen Türkispünktchen meliert. Die Männchen haben an der gelblichen Kloakalregion deutliche Präanofemoralporen, auch kann man, gegen das Licht gehalten, die beiden Hemipenistaschen am Schwanzansatz erkennen .

  Phelsuma klemmeri kommt aus dem Nordwesten von Madagaskar und kommt dort recht selten auf Bäumen und Bambuspflanzen und am Rand von Regenwäldern vor. Das Klima in dieser Region Madagaskars ist mit Temperaturen von 28 bis 30°C das ganze Jahr über gleichmäßig warm, wobei die Temperaturen auch in der Nacht nur wenig unter 25°C sinken.
Aufgrund der wunderschönen Färbung und dem äußerst gefälligem Wesen gehört P. klemmeri zu meinen Lieblingsgeckos.

Im Gegensatz zu den anderen meist untereinander sehr ruppigen Phelsumenarten sind sie ihren Partnern gegenüber sehr friedlich, es kann sogar ein Männchen mit mehreren Weibchen gehalten werden. Es muß aber darauf geachtet werden, das alle Tiere gleichzeitig ins Terrarium gesetzt werden, damit nicht die Revierinhaber Neuankömmlinge unterdrücken. Und auch hier gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel! Solch eine Vergesellschaftung mit mehrere Tieren muß nicht immer gut gehen, bei ernsteren Streitigkeiten müssen die Tiere sofort getrennt werden .

Ein Pärchen P. klemmeri kann schon in Terrarien ab B50xT40xH50 cm Größe gehalten werden. Das Terrarium sollte üppig bepflanzt sein und lokale Wärmeplätze von ca. 35°C aufweisen. Ich beleuchte solch ein Terrarium mit einer Neonröhre und drei Halogenspots, was auch als Heizung vollkommen ausreicht. Unter diese Spots klemme ich Bambusstangen ins obere Drittel des Terrariums. In den Bambus werden zwei ca. 1,5 x 4 cm große Löcher gesägt. Die Geckos ziehen sich gerne in die Stangen zurück und nutzen sie auch zur Eiablage.  

Zur besseren Kontrolle werden die Segmente der Bambusstange mit einem langen Schraubendreher oder einer Metallstange durchstoßen. Zwischen Glas und Bambustange wird ein Korkplättchen geklemmt, P. klemmeri liebt es nicht, wenn man sie durch die Röhre hindurch beobachten kann .

  Gefüttert wird mit kleinen Heimchen, Drosophila, Fliegen, kurz allen keinen Insekten die sich so auftreiben lassen. Diese werden immer mit einem Kalzium/Vitaminpräparat (z.B. Korvimin ZVT, AMIVIT-R) eingestäubt. Auch Fruchtbreie oder das DAY GECKO FOOD von ZOO MED'S wird gerne genommen. Während der Fortpflanzungsperiode von Februar bis September haben die Weibchen einen erhöhten Bedarf an Kalzium und Vitaminen. Ich reiche dann zusätzlich noch zerbröselte Sepiaschale mit Blütenpollen und Fruchtzwerge von GERVAIS.
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Wenn ein harmonierendes Pärchen oder eine Zuchtgruppe zusammengestellt ist, kommt es alsbald zur ersten Eiablage. Etwa alle vier Wochen legt das Weibchen dann ein Doppelei. Eine erneute Paarung erfolgt meist direkt im Anschluß an die Eiablage. Bei konstanten Zeitigungstemperaturen von 28°C schlüpfen die Jungtiere nach 32 bis 40 Tagen. Sie sind ca. 35 mm groß und haben das volle Farbspektrum ihrer Eltern. Angeblich werden die Jungtiere von den Adulti nicht behelligt, ich entnehme die Gelege vorsichtshalber und zeitige sie im Inkubator. Nach dem Schlupf warte ich noch ab bis sie Futterfest sind, danach werden sie in ein Gemeinschaftsaufzuchtbecken überführt.  

Abschließend bleibt noch zu sagen das P. klemmeri im Anhang B des Washingtoner Artenschutzgesetzes steht, und daher den zuständigen Naturschutzbehörden zu melden ist. Auch werden mittlerweile genug Tiere nachgezogen, so daß auf den Erwerb von Wildfänge verzichtet werden kann.

© 2002 A. Hartig